
Schwarzer Peter
Igor Klimeš, Željko Kremenović, Mertcan Gießler, Havva Yeşil, Tuana Anilir
der Schwarze Peter versorgt Euch mit Drinks
ab 21 Uhr Tech House/Techno mit DJ Hot Tea

Mertcan Gießler
Ich male einfach das, was mir gefällt :)
Heyoo, ich bin Mertcan aka merdyyyyy. Schon als Kind habe ich gerne gemalt, aber so richtig wieder angefangen habe ich Anfang 2020. Meine größte Inspiration ist Anime – damit habe ich auch begonnen. Mittlerweile teste ich mich viel aus und arbeite auch an realistischeren Sachen, egal ob Aquarell, Copic Marker, Acryl, Tinte oder Öl. Das hier ist einfach die ehrlichste Version von mir und meiner Kunst. Wenn euch das gefällt, sagt gerne Bescheid und checkt mein Social Media ab. Danke <3



Und wie gehen Sie damit um?
Fotos aus dem Leben einer modernen Familie. Heutzutage müssen Familien oft ohne die Unterstützung der Großfamilie auskommen. Ich zeige Ihnen Fotos aus dem Alltag einer “Kernfamilie”.
Igor Klimeš




Havva Yeşil und Tuana Anılır
PROTESTkultur - Keramikwandbilder
Weltweit wachsen Unmut und Unverständnis gegenüber Politikern und ihren oft als autoritär und selbstgerecht empfundenen Anweisungen.
Dementsprechend nehmen mehr oder weniger einfallsreiche Proteste auf Straßen und Plätzen überall zu. Die Kundgebungen und Zusammenstöße der Polizei mit den Demonstrierenden im Istanbuler Gezi-Park im Jahre 2013 wurden rund um den Globus wahrgenommen. Im Gezi-Park am Taksim-Platz fanden die Demonstranten teilweise zu äußerst originellen, fast karnevalsähnlichen und großenteils friedlichen Formen voller ästhetischer Schönheit, um ihrer Entrüstung über die geplante Abholzung von Bäumen sowie über die Pläne für einen Nachbau der Topçu-Kaserne und ein Einkaufszentrum Ausdruck zu verleihen. Im vollen Kontrast hierzu zeigte sich der Aufmarsch der bewaffneten Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas dumpf und brutal. Anlässlich der Inhaftierung des kemalistischen und sozialdemokratischen Istanbuler Oberbürgermeisters İmamoğlu im Frühjahr 2025 gab es bis hin in die anatolische Provinz eine Neuauflage der Proteste.
Der künstlerische Ausdruck, zu dem die beiden jungen Künstlerinnen Havva Yeşil und Tuana Anılır gefunden haben, resultiert aus dem Wunsch, dieses Zeitgeschehen zu dokumentieren. Die jungen Frauen leben in Kütahya im ägäischen Bergland. Kütahya gilt als Porzellan- und Keramikstadt der Türkei, aber dies ist nicht der einzige Grund für die beiden Künstlerinnen, in Unterglasurmalerei auf Keramik zu arbeiten. Sie denken auch an die beinahe unvergängliche Haltbarkeit von Keramik.
Zudem verbindet man im Allgemeinen die Keramikmotive aus den türkischen Städten İznik und Kütahya mit höfischer seldschuckischer und osmanischer Tradition. Yeşil und Anılır benutzen in ihren Werken die traditionellen Motive als Kontrast zu aktuellem, kritischem Aufbegehren. Es ergeben sich Fragen nach der eigenen Identität - wie immer, wenn Überkommenes infragegestellt wird. Der Betrachter dieser Keramikbilder aus der Türkei mag sich und die europäische Gegenwart wie in einem Spiegelbild wiedererkennen.
Am Tag der Selber KunsTRäume werden die beiden jungen Frauen, aber auch der Kurator Ingo Nitzsche, ganztägig am Ausstellungsort anwesend sein.

Željko Kremenović
Die Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld von figurativer Zeichnung, abstraktem Ausdruck und einer bewusst reduzierten, teils kindlich anmutenden Bildsprache. Sie entstehen aus einem direkten Impuls heraus und entwickeln sich in einem offenen Prozess zwischen Kontrolle und Auflösung. Klare Formen treffen auf fragmentierte Strukturen, rohe Linien auf dichte Überlagerungen – ein Zustand, der gleichzeitig präzise und instabil wirkt.
Im Zentrum steht ein unmittelbarer, ungefilterter Ausdruck. Die Motive erscheinen verzerrt, teilweise widersprüchlich und entziehen sich einer eindeutigen Lesart. Ästhetische Harmonie wird bewusst unterlaufen zugunsten von Brüchen, Spannungen und Verdichtungen. Themen wie Unsicherheit, Isolation und innere Zerrissenheit werden dabei nicht erzählt, sondern visuell erfahrbar gemacht.
Der Bildraum fungiert nicht als neutraler Hintergrund, sondern als aktives Feld, das Leere, Druck und Distanz verstärkt. Ein roher, antiautoritärer Impuls prägt die formale Sprache: Überzeichnung, Reduktion und Regelbruch sind keine Effekte, sondern Mittel, um Kontrolle aufzubrechen und eine direkte, verletzliche Bildlichkeit zu erzeugen.



